Gute Kommunikation beginnt im Mindset

Denn deine Gedanken sind die Saat aus denen du Worte ernten wirst. 


Wann beginnt eine gelungene Kommunikation? In dem Moment, wenn ich mein Wort ausgesprochen habe? Oder, wenn ich mir Gedanken über meine Wortwahl gemacht habe? Oder, wenn ich meinen Ton wieder auf Normalniveau senke, nachdem ich mein Gegenüber zusammengebrüllt habe? Oder wenn ich mit stolzem Haupt als einziger Gewinner aus dem Meeting komme, weil ich mich durchsetzen konnte mit meinem Projekt? 

Für mich beginnt gelungene Kommunikation im Inneren, und zwar in deiner Haltung, in deiner eigenen Einstellung wie du jemanden begegnen möchtest und sie beginnt aufgrunddessen in deinem Herzen. Denn wenn du weißt, wie du dein Gegenüber begegnen magst, wie du ihn begrüßen möchtest, wie du mit ihm verhandeln willst und sprechen möchtest, dann fallen dir die Worte leicht. Du musst dann nicht zwanghaft nach den richtigen Worten suchen oder deine Gefühle unterdrücken, wenn sie unangenehm sind und in dir aufkochen.

Im besten Fall erlebst du angenehme Gefühle während deiner Konversation und deine Worte kommen ganz entspannt aus dir heraus, weil du im Inneren angefangen hast zu kommunizieren.

Zuerst einmal frage dich, wie du selbst mit dir umgehst und sprichst? Welchen Tonfall wählst du, wenn du dich morgens im Spiegel begrüßt und dir selbst einen schönen Tag wünschst? Oder ist das sogar auch schon zu viel und du stehst motzig und knorrig auf, weil du zur Arbeit musst, deine Kollegen, Mitarbeiter oder Kunden wiedersehen musst? 

Bereits hier, an diesem Morgen liegt der Grundstein für deinen Tag und demnach für deine Kommunikation mit deinen Mitmenschen. Wenn du morgens aufstehst und bereits voller Schrecken an deinen Chef denkst, dann bleibt dieser Gedanke in dir haften und klebt den ganzen Tag an dir. Du wirst mit einem negativen Gefühl, welches diesen Gedanken begleitet, zur Arbeit fahren und mit deiner Anspannung deinen Chef begegnen. Diese Anspannung magst du vielleicht nicht nach außen zeigen in deinen Worten, aber dennoch spürst du sie selbst, du fühlst also dauernd ein unangenehmes Gefühl beim Gedanken an deinen Chef. Wenn dem so sein sollte, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du, alles was dein Chef dir heute sagt, du mit eben dieser Anspannung aufnimmst und dann eher mit innerer oder äußerer Wut reagierst, mit Angriff, Flucht oder totstellen.

In jedem Fall ist es so, dass du das, was an Konversation zwischen dir und deinem Chef stattfindet, nicht als angenehm erlebst, sondern sogar als Bestätigung deiner morgendlichen Gedanken

Zum Beispiel: "Heute wird er sicher wieder meinen, mich kontrollieren zu müssen.", oder "Heute kackt der bestimmt wieder rum weil ich gestern mit dem Thema nicht ganz fertig geworden bin.", oder "Ich wusste es, mein Chef ist einfach arrogant und egoistisch."... usw... was auch immer deine persönlichen Gedanken und somit Urteile über deinen Chef, Kollegen oder Mitarbeiter sind. 

Noch einmal zu meinem ersten Punkt den ich in diesem Artikel genannt habe: es kommt zum einen darauf an, wie du selbst mit dir tagtäglich kommunizierst und umgehst. Beobachte einmal ganz genau, wie du mit dir grundsätzlich umgehst und sprichst. Ja, denkst du vielleicht jetzt, ich führe ja keine Selbstgespräche mit mir. Doch, ich denke sogar, wir Menschen führen alle Selbstgespräche mit uns. Vielleicht nicht immer ausgesprochen, aber in Gedanken. Stelle dir nur einmal die Frage, was du selbst über dich denkst? Findest du dich als Mensch großartig, genauso wie du bist, mit all deinen Seiten, deinen Macken, Schwächen und Stärken? Bist du dir selbst der beste Freund, oder die beste Freundin? Findest du dich attraktiv oder fährt dir ein Schauer über den Rücken, wenn du dich morgens im Spiegel anschaust? Kannst du dir Fehler eingestehen oder verurteilst du dich für ein Missgeschick, was dir passiert ist? Beantworte einfach einmal diese Fragen und du wirst feststellen, dass wir sehr wohl mit uns selbst ins Gespräch kommen, denn schließlich führen wir ja auch eine Beziehung mit uns selbst. Und genauso, wie wir mit uns selbst eine Beziehung führen, führen wir sie auch mit anderen Menschen. Also darf ich dich dazu animieren, dass du innerhalb deiner Beziehung auf deine Qualität der Kommunikation achtest, also auf deine Wortwahl dir gegenüber, auf deine Stimmqualität, auf die Tonhöhe, auf das Sprechtempo, auf alles, was dir in deiner eigenen Konversation so begegnet… 

Nun, wenn du das soweit beobachtet hast, dann kommen wir zum zweiten Punkt den ich erwähnt habe. Nämlich, wenn du an dein Gegenüber denkst und ihn dann im realen Leben begegnest. Auch hier geht es erstmal nur um Beobachtung. 

Beobachte dann in der Konversation mit deinem Gegenüber,, wie laut oder leise ist deine Stimme? Klingt sie hart oder weich? Ist sie selbstbewusst, oder zu laut oder zu kleinlaut? Sprichst du schnell, aufgeregt oder hektisch? Oder redest du sehr langsam mit Bedacht? 

Frage dich, wie deine eigenen Worte wohl bei deinem Gegenüber jetzt ankommen und dann überprüfe das an seiner Reaktion wiederum. Denn auch dein Gegenüber kann seine Stimme in verschiedenster Weise einsetzen. 

Frage dich, wie möchtest du, dass dein Gegenüber mit dir umgeht, wie er dir begegnen soll und dann tue dies genauso. Du kannst nicht erwarten, dass dich dein Gegenüber freundlich, offen und wohlwollend empfängt, wenn du selbst morgens bereits negativ über genau diese Person gedacht hast. "So wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus,." Hier liegt die absolute Präzision in der Kommunikation. Achte immer auf deine eigene innere Haltung, die du einnimmst, wenn du auf dein Gegenüber triffst. Achte auf deine Einstellung dieser Person gegenüber und deine eigenen Gedanken dazu. Denn deine Gedanken werden zu Worten und deine Worte werden mit Gefühlen begleitet. Wenn diese in dir negativ sind, dann wirst du diese Art und Weise, wie du im Inneren über dein Gegenüber gedacht hast, auch im Außen wiederfinden. Du wirst es genauso aufnehmen, wahrnehmen und empfinden, wie du gedacht und gefühlt hast. Du suchst eine Bestätigung deiner Gedanken, denn du selbst möchtest ja schließlich nicht einräumen, dass du deinem Gegenüber schon bereits am Morgen negativ entgegengetreten bist. Wenn du erwartest, dass der andere freundlich zu dir ist, dann fang an, in deinen eigenen Gedanken freundlich über dein Gegenüber zu denken.

Denn deine Gedanken sind die Saat aus denen du Worte ernten wirst.